Bandscheibenverschleiß (Osteochondrose) der Lendenwirbelsäule Ursachen, Symptome und moderne Therapie
Der Bandscheibenverschleiß – medizinisch Osteochondrose – zählt zu den häufigsten degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule. Er entsteht, wenn die Bandscheibe im Laufe der Zeit an Wassergehalt, Elastizität und Höhe verliert. Dadurch kommt es zu strukturellen Umbauprozessen an den Wirbelkörpern, die langfristig zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Nervenreizungen führen können.
Wie entsteht Bandscheibenverschleiß?
Mit zunehmendem Alter oder aufgrund beruflicher und mechanischer Belastungen nimmt die Wasserspeicherfähigkeit der Bandscheibe ab. Sie trocknet aus, verliert an Elastizität und kann ihre Funktion als Stoßdämpfer nur noch eingeschränkt erfüllt werden.
Dies führt zu mehreren Veränderungen:
- Abnutzung des knorpeligen Überzugs der Grund- und Deckplatten
- Verkalkungen und Verknöcherungen (Sklerosen) der Wirbelkörper-Endplatten
- Bildung von Spondylophyten (knöcherne Ausziehungen)
- Einengung des Spinalkanals durch knöcherne Anbauten
- Überlastung der kleinen Wirbelgelenke, begünstigend für eine Facettengelenksarthrose
Diese Prozesse können den Rückenmarkskanal oder die Nervenaustrittspunkte verengen und dadurch lokale Rückenschmerzen, Ischialgien oder eine Claudicatio spinalis verursachen.
Typische Beschwerden bei Osteochondrose der LWS
Die Beschwerden hängen stark davon ab, welche Strukturen betroffen sind:
- tiefe, belastungsabhängige Rückenschmerzen
- morgendliche Steifigkeit
- Schmerzen beim längeren Stehen oder Sitzen
- ausstrahlende Schmerzen in die Beine (Foramenstenose / Spinalkanalstenose)
- Gefühlsstörungen oder Muskelschwäche bei Nervenkompression
Bei fortgeschrittenem Verschleiß kann es zu einer deutlichen Einschränkung der Gehstrecke kommen.
Konservative Therapie bei Bandscheibenverschleiß
In den meisten Fällen lassen sich Beschwerden mit konservativen Methoden deutlich lindern. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Entzündungen zu reduzieren, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Muskelrelaxanzien
Reduzieren muskuläre Verspannungen und helfen, schmerzhafte Schutzhaltungen zu lösen.
Physiotherapie
- Stabilisationsübungen
- Haltungsschulung
- Kraftaufbau der tiefen Rückenmuskulatur
- Mobilisation der LWS
Die Verbesserung der muskulären Balance entlastet die Wirbelsäule nachhaltig.
Gewichtsreduktion
Jedes Kilogramm weniger senkt die Druckbelastung auf Bandscheiben und Wirbelgelenke.
Wärmeanwendungen
Fördern die Durchblutung, lösen Verspannungen und erleichtern die Mobilisation.
Injektionstherapie
Gezielte, bildgesteuerte Verfahren können Nervenreizungen und Entzündungen effektiv behandeln:
- PRT (periradikuläre Therapie)
- Epidurale Injektionen
- Infiltration der Facettengelenke
Diese Methoden bieten häufig eine deutliche Schmerzreduktion ohne operative Maßnahmen.
Spezielle Verfahren und minimalinvasive Therapien
Bei anhaltenden oder intensiven Beschwerden setzen wir zusätzlich modernste Verfahren ein:
Mikrotherapie
Eine hochpräzise, minimalinvasive Technik, mit der Medikamente unter Bildkontrolle millimetergenau appliziert werden können.
Facettengelenksinfiltrationen
Wirksam bei Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke mit lokaler Schmerzsymptomatik.
Diese Methoden ermöglichen eine zielgerichtete Entlastung – häufig mit sehr guter Wirkung auf Beweglichkeit und Lebensqualität.
Wann ist eine Operation erforderlich?
Eine operative Versorgung kommt nur infrage, wenn:
- hochgradige Spinalkanalstenosen vorliegen
- neurologische Ausfälle auftreten (z. B. Lähmungen)
- konservative Behandlung über längere Zeit erfolglos bleibt
- die Gehstrecke stark eingeschränkt ist (Claudicatio spinalis)
In solchen Fällen kann durch eine mikrochirurgische Dekompression eine deutliche Besserung erzielt werden.
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