Nackenschmerzen
Ursachen, Diagnose und
moderne Therapie

Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerdebildern in Deutschland. Sie entstehen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und können die Beweglichkeit im Alltag deutlich einschränken. Je nach Ursache treten die Schmerzen lokal begrenzt oder mit Ausstrahlung in Schultern und Arme auf. Nackenschmerzen können akut auftreten oder chronisch werden und über Monate andauern.

Unbehandelt beeinflussen sie häufig die Leistungsfähigkeit, Schlafqualität und Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Eine frühzeitige, zielgerichtete Behandlung ist daher besonders wichtig.

Arten von Nackenschmerzen

Man unterscheidet zwei Hauptformen:

Axiale Nackenschmerzen

  • lokal begrenzt
  • dumpf, stechend oder ziehend
  • häufig begleitet von Muskelverspannungen

Radikuläre Nackenschmerzen

  • Ausstrahlung in Schulter, Arm oder Hand
  • Kribbeln, Taubheitsgefühl, elektrisierende Schmerzen
  • Folge einer Nervenwurzelreizung (z. B. Bandscheibenvorfall, Foramenstenose)
Akut: bis 6 Wochen
Chronisch: länger als 3 Monate

Wie fühlen sich Nackenschmerzen an?

Betroffene berichten häufig über:

anhaltende, ziehende oder brennende Schmerzen

eingeschränkte Beweglichkeit

erhöhte Druckempfindlichkeit im Nackenbereich

Kopfschmerzen, Schwindel oder Ausstrahlung in die Arme

ausgeprägte Muskelverspannungen

Diese Symptome geben Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache.

Wer ist besonders betroffen?

1/3

Jede dritte Person hat mindestens einmal pro Jahr Nackenschmerzen

Frauen häufiger als Männer

Risiko steigt mit zunehmendem Alter

Büroangestellte, Personen mit langem Sitzen oder einseitigen Belastungen

Ursachen von Nackenschmerzen

Nackenschmerzen haben zahlreiche mögliche Auslöser. Zu den häufigsten gehören:

Degenerative Veränderungen

  • Bandscheibenverschleiß
  • Arthrose der kleinen Wirbelgelenke
  • Spinalkanalstenose
  • Vorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle

Verletzungen

  • Schleudertrauma
  • Sturz- oder Sportverletzungen

Muskel- und Haltungsprobleme

  • Fehlhaltungen, z. B. bei PC-Arbeit
  • „Handy-Nacken" (Text-Neck-Syndrom)
  • Überbeanspruchung durch schweres Heben oder wiederholte Bewegungen

Psychische Belastungen

  • Stress und innere Anspannung → führen oft zu Muskelverkrampfungen

Seltene Ursachen

  • Tumore
  • Infektionen, z. B. Meningitis
  • Osteoporose
  • Autoimmunerkrankungen

Eine präzise Diagnostik ist entscheidend, um unnötige Therapien zu vermeiden.

Diagnose von Nackenschmerzen

Anamnese

  • Schmerzbeginn und Verlauf
  • Schmerzcharakter
  • bekannte Erkrankungen
  • berufliche Belastungen
  • frühere Unfälle

Körperliche Untersuchung

  • Beweglichkeit der HWS
  • Muskelkraft und Reflexe
  • Tastbefund und Schmerzpunkte
  • neurologische Auffälligkeiten

Bildgebende Untersuchung

  • Röntgen: knöcherne Veränderungen
  • MRT: Bandscheiben, Nervenwurzeln, Weichteile
  • CT: detaillierte Wirbelsäulenabbildung

Weitere Diagnostik (falls notwendig)

  • Elektromyographie (EMG)
  • Nervenleitgeschwindigkeit
  • Myelographie
  • diagnostische Infiltrationen

Diese kombinierten Verfahren erlauben eine sichere Einordnung der Beschwerden und die Erstellung eines individuellen Therapiekonzeptes.

Behandlung von Nackenschmerzen

Die Therapie richtet sich nach der Ursache – grundsätzlich gilt: Konservativ vor operativ.

Medikamentöse Therapie

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer (NSAID)
  • Muskelrelaxanzien

Physiotherapie

  • Dehn- und Mobilisationsübungen
  • isometrische Kräftigung der Nacken- und Schultermuskulatur
  • Haltungsschulung
  • manuelle Therapie

Injektionstherapie

Bei Nervenwurzelreizungen oder Facettengelenkbeschwerden können wir gezielt einsetzen:

  • PRT (periradikuläre Therapie)
  • epidurale Injektionen
  • Facettengelenksinfiltrationen

Diese minimalinvasiven Maßnahmen sind besonders wirksam bei radikulären Schmerzen.

TENS-Therapie

Elektrische Stimulation zur Reduktion von Schmerzsignalen.

Wärmetherapie / Kältetherapie

  • Wärme für Verspannungen
  • Kälte bei akuten Entzündungen

Alternative Verfahren

  • Akupunktur
  • Massagetherapie

Operative Therapie

Eine Operation wird nur bei klaren Indikationen erwogen, z. B.:

  • schwere neurologische Ausfälle
  • anhaltende Armschmerzen trotz Therapie
  • Bandscheibenvorfälle mit hochgradiger Nervenkompression

Langfristige Strategien zur Vorbeugung

Rauchstopp: verbessert die Heilung der Wirbelsäule

Gewichtsreduktion bei Übergewicht

Stressreduktion (Yoga, Meditation, Sport, Atemtechniken)

Regelmäßiges Krafttraining für Schulter- und Nackenmuskulatur

Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

Diese Maßnahmen stabilisieren die Halswirbelsäule nachhaltig und senken das Risiko für wiederkehrende Schmerzen.

Ihr Ansprechpartner bei Nackenschmerzen

Als spezialisierte neurochirurgische Praxis bieten wir eine umfassende Diagnostik und moderne, individuell abgestimmte Therapiekonzepte für akute und chronische Nackenschmerzen.

Wir sind gerne für Sie da